Die kurze Antwort vorab: Unter den lokal betreibbaren KI-Modellen führt Gemma 4 von Google. Gemma 4 31B erreicht 18 von 20 Punkten; mit Gemma 4 26B A4B, Qwen3.8 27B und GLM-5.3 Flash (je 16 Punkte) bildet es Stufe A. Nach der Größe der Gewichte passen drei dieser vier Modelle auf eine einzelne Grafikkarte mit 80 Gigabyte (GB) Speicher, GLM-5.3 Flash verlangt einen Achtkartenserver[1]. Die höchsten Arena-Werte haben Kimi K3 und GLM-5.3, beide landen nur in Stufe C, weil sie mehr als einen Server benötigen und eine eigene Lizenz mit Bedingungen tragen[2][3][4]. Llama 4 Maverick und Command A fallen wegen ihrer Lizenzen in Stufe F[5][6]. Grundlage sind die Arena-Wertung mit Stilkontrolle, die Größe der Gewichtsdateien und die Lizenztexte der Hersteller, Stand 30. Oktober 2026.

Kernaussagen
  • Ergebnis: Stufe A bilden Gemma 4 31B (18 Punkte), GLM-5.3 Flash, Gemma 4 26B A4B und Qwen3.8 27B (je 16). Stufe B folgt mit DeepSeek V4 Flash, Qwen3.5 122B A10B und Qwen3.5 35B A3B (je 14).
  • Leistung: Der höchste Arena-Wert der 21 Modelle liegt bei 1.488 (Kimi K3), der Spitzenwert aller 419 Einträge bei 1.528 (ein proprietäres Modell). Die Modelle der Stufe A liegen 51 bis 92 Punkte hinter diesem Spitzenwert[2].
  • Hardware: 10 der 21 Modelle haben Gewichte unter 80 GB und passen auf eine einzelne Karte, 5 benötigen mehr als einen Achtkartenserver (eigene Berechnung nach den Dateigrößen auf Hugging Face)[1].
  • Lizenz: 17 Modelle stehen unter einer Standardlizenz (Apache 2.0, MIT oder OpenMDW-1.1). Kimi K3 und GLM-5.3 haben eine eigene Lizenz mit Bedingungen, Command A ist nur nichtkommerziell lizenziert, und bei Llama 4 Maverick sind Unternehmen mit Hauptsitz in der Europäischen Union (EU) ausgeschlossen[3][4][6][5].
  • Verlässlichkeit: Arena-Werte sind Messwerte mit Unsicherheit. Bei 8 von 21 Modellen berührt das Konfidenzintervall eine Klassengrenze, und das Intervall der deutschen Wertung ist mit 33 bis 82 Punkten deutlich breiter als das der Gesamtwertung (5 bis 21 Punkte)[2].
  • Empfehlung: Zwei bis drei Kandidaten aus den Stufen A und B an 20 bis 30 eigenen Aufgaben testen, bevor Hardware beschafft wird (Einschätzung Avolang).

Transparenzhinweis: Avolang betreibt mit Alwisr Company OS selbst einen lokalen KI-Agenten und hat deshalb ein wirtschaftliches Interesse am Thema lokale KI. Die Tier-Liste sagt nichts darüber aus, welche Modelle in Alwisr zum Einsatz kommen, und enthält keine Kaufempfehlung für ein Produkt. Bewertungsraster, Messwerte und Quellen sind offengelegt; eigene Berechnungen und Einschätzungen sind als solche gekennzeichnet. Stand aller Angaben: 30. Oktober 2026. Die Ausführungen ersetzen keine Rechtsberatung, insbesondere nicht die Prüfung von Lizenzbedingungen im Einzelfall.

Die Tier-Liste auf einen Blick

Abbildung 1 zeigt das Ergebnis. Jedes der 21 Modelle erhält bis zu 20 Punkte aus drei Kriterien: Leistung (Arena-Wertung), Betrieb (Speicherbedarf der Gewichte) und Lizenz. Die Punktzahl steht in Klammern hinter dem Modellnamen. Wie sie zustande kommt, erklärt der Abschnitt zum Vorgehen; alle Einzelwerte stehen in den Abbildungen 3 und 4.

Abbildung 1: Tier-Liste lokaler KI-Modelle von Stufe A bis F, Stand 30. Oktober 2026

Stufen A bis F mit den zugeordneten Modellen samt Punktzahl, Punktebereich und Einordnung
StufeModelle (Punkte)PunkteEinordnung
AGemma 4 31B (18), GLM-5.3 Flash (16), Gemma 4 26B A4B (16), Qwen3.8 27B (16)ab 16Beste Gesamtbilanz: hohe Leistung bei überschaubarem Betrieb und freier Lizenz
BDeepSeek V4 Flash (14), Qwen3.5 122B A10B (14), Qwen3.5 35B A3B (14)14 bis 15Sehr gut geeignet, mit kleinen Abstrichen bei Leistung oder Hardware
CKimi K3 (13), GLM-5.3 (13), Inkling (12), Nemotron 3 Ultra (12), Mistral Small 3.2 (12), gpt-oss-120b (12)12 bis 13Stark in einem Kriterium, schwächer in einem anderen: Spitzenleistung mit hohem Hardwarebedarf oder genügsam bei mäßiger Leistung
DMistral Large 3 (10), Inkling Small (10), Granite 4.2 30B (10), Olmo 3.1 32B (10)10 bis 11Nur bei besonderem Anlass: hoher Hardwarebedarf oder geringe Leistung
Egpt-oss-20b (8), Phi-4 (8)8 bis 9Genügsam im Betrieb, in der Arena aber deutlich schwächer
FCommand A (8), Llama 4 Maverick (2)bis 7 oder Lizenz-KOAusschluss durch die Lizenz (nichtkommerziell oder Unternehmen in der EU ausgenommen) oder sehr geringe Punktzahl

Quellen: Arena-Wertung mit Stilkontrolle[2], Gewichtsdateien auf Hugging Face[1] und Lizenztexte der Hersteller; Punkte und Stufen sind eigene Berechnungen. Command A erreicht rechnerisch 8 Punkte und steht wegen der nichtkommerziellen Lizenz in Stufe F.

Lokale KI-Modelle: was „lokal“ und was „offen“ bedeutet

Eine Tier-Liste für lokale KI-Modelle braucht zuerst klare Begriffe. Künstliche Intelligenz (KI) im Unternehmen stützt sich auf Sprachmodelle, englisch Large Language Model (LLM): trainierte Rechenmodelle, die Texte verstehen und erzeugen. Ein KI-Assistent oder KI-Agent ist das Produkt, das ein solches Modell mit Gedächtnis, Zugriffsrechten und Freigaben umgibt. Die Tier-Liste bewertet nur die Modelle, nicht die Produkte darum herum.

„Lokal“ bezeichnet dabei Standort und Zuordnung, nicht den einzelnen Arbeitsplatzrechner. Eine lokale KI läuft auf Servern in Deutschland, getrennt von anderen Kunden, und nicht bei einem KI-Anbieter im Ausland. Wer lokale KI betreiben möchte, muss sie deshalb nicht im eigenen Haus aufstellen. Alwisr Company OS von Avolang kennt drei Betriebsarten, die alle in Deutschland laufen[7]:

Wie viel Hardware ein Modell verlangt, bestimmt bei jeder dieser Betriebsarten die Kosten (Einschätzung Avolang). Deshalb ist der Speicherbedarf ein eigenes Kriterium der Tier-Liste.

Die Modelle der Tier-Liste sind „offen“ im Sinn veröffentlichter Gewichte: Die Parameter des trainierten Modells liegen als Dateien vor und lassen sich auf eigener Hardware betreiben. Das ist nicht dasselbe wie Open-Source-KI. Nach der Definition 1.0 der Open Source Initiative gehören zur bevorzugten Form für Änderungen neben den Parametern auch der Code und Informationen über die Trainingsdaten[8]. Ob jedes der 21 Modelle diese Definition erfüllt, wurde nicht geprüft. Dieser Beitrag spricht deshalb von offenen Modellen und nicht von Open-Source-KI.

Wie sich lokale Modelle zu ChatGPT und Claude verhalten, behandelt der Beitrag ChatGPT, Claude vs. lokaler KI-Agent aus Deutschland. Wann eigene Infrastruktur insgesamt sinnvoll ist, beschreibt der Beitrag zur lokalen IT-Infrastruktur.

KI-Modelle im Vergleich: Datenbasis und Vorgehen

Die Tier-Liste verbindet drei Messgrößen, die sich öffentlich prüfen lassen. Die Auswahl der Modelle ist die von Avolang: Sie umfasst die aktuellen offenen Modelle von 14 Herstellern sowie einige ältere Modelle, die in Unternehmen weiterhin diskutiert werden. Voraussetzung waren ein eindeutiger Gesamteintrag in der Arena und ein veröffentlichter Standard-Checkpoint, dessen Größe sich auf Hugging Face bestimmen lässt. Die Liste ist keine Vollerhebung: In der Arena sind 227 von 419 Einträgen nicht als proprietär ausgewiesen (eigene Zählung)[2].

Leistung: die Arena-Wertung mit Stilkontrolle

Als Leistungsmaß dient die Arena (arena.ai, im Fachaufsatz von 2024 als „Chatbot Arena“ beschrieben). Sie sammelt Stimmen vieler Nutzerinnen und Nutzer, die in Paarvergleichen zwei Modelle gegeneinander bewerten[9]. Aus den Stimmen berechnet die Arena eine Wertung nach dem Bradley-Terry-Modell, zu jedem Wert mit einer unteren und einer oberen Konfidenzgrenze[2]. Das Intervall zwischen beiden Grenzen zeigt, wie sicher ein Wert ist.

Dieser Beitrag nutzt die Wertung mit Stilkontrolle. Sie nimmt Antwortlänge sowie die Anzahl von Überschriften, Fettdruck und Listen als Einflussgrößen in die Berechnung auf[10], damit die Aufmachung einer Antwort nicht mit ihrer Qualität verwechselt wird. Seit dem 16. Mai 2025 ist die Stilkontrolle in der Textwertung die Standardansicht[2]. Verwendet wurden die Gesamtwertung („overall“) und die Kategorie „german“ in der Ausgabe vom 28. Oktober 2026, abgerufen am 30. Oktober 2026[2].

Der Arena-Gesamtwert wird in eine von sieben Leistungsklassen (0 bis 6) übersetzt. Eine Klasse ist 30 Punkte breit und damit breiter als das Konfidenzintervall jedes der 21 Modelle (5 bis 21 Punkte; eigene Berechnung).

Betrieb: Speicherbedarf der Gewichte

Als Maß für den Betriebsaufwand dient die Größe der Gewichtsdateien des Standard-Checkpoints, also der Fassung, die der Hersteller als Hauptmodell bereitstellt[1]. Die Dateigrößen wurden zu Gigabyte (dezimal) summiert und mit Karten zu je 80 GB verglichen; eine Karte vom Typ H100 hat je nach Ausführung 80 oder 94 GB[11]. Daraus ergeben sich vier Betriebsklassen: bis 80 GB (eine Karte), bis 320 GB (zwei bis vier Karten), bis 640 GB (ein Achtkartenserver) und darüber (mehr als ein Server).

Lizenz: drei Abstufungen und ein Ausschluss

Maßgeblich ist der Lizenztext des Herstellers, nicht die Kurzangabe auf einer Ranglisten- oder Modellseite. Zwei Punkte erhalten Modelle mit einer Standardlizenz: Apache 2.0[12], MIT[13] oder OpenMDW-1.1 der Linux Foundation[14]. Einen Punkt erhalten Modelle mit einer eigenen Lizenz, die den Einsatz an Bedingungen knüpft: Kimi K3[3] und GLM-5.3[4]. Null Punkte und ein Ausschluss („Lizenz-KO“) gelten, wenn die Lizenz die kommerzielle Nutzung ausschließt oder Unternehmen in der EU von den Nutzungsrechten ausnimmt: Command A[6] und Llama 4 Maverick[5].

Punkte und Stufen

Die Gesamtpunktzahl beträgt 2 × Leistungsklasse + 2 × Betriebsklasse + Lizenzpunkte, höchstens 20 Punkte. Die Gewichte von 60, 30 und 10 Prozent sind eine Festlegung von Avolang (Einschätzung Avolang): Die Leistung zählt am meisten, weil ein Modell, das die Aufgabe nicht löst, auch auf kleiner Hardware nichts nützt. Der Betrieb zählt mit 30 Prozent, weil der Speicherbedarf bestimmt, wie viel Hardware ein Modell erfordert. Die Lizenz zählt nur mit 10 Prozent, wirkt aber als Ausschlusskriterium. Eine Leistungsklasse und eine Betriebsklasse wiegen jeweils zwei Punkte und damit genau eine Stufe; die Stufen B bis E sind zwei Punkte breit.

Abbildung 2: Bewertungsraster der Tier-Liste

Kriterien, Gewichte, Messgrößen und Punktevergabe der Tier-Liste
KriteriumGewichtMessgrößeVergabe
Leistung12 von 20 Punkten (60 Prozent)Arena-Gesamtwertung mit StilkontrolleLeistungsklasse 0 bis 6, doppelt gezählt: ab 1.470 = 6; 1.440 bis 1.469 = 5; 1.410 bis 1.439 = 4; 1.380 bis 1.409 = 3; 1.350 bis 1.379 = 2; 1.320 bis 1.349 = 1; darunter = 0
Betrieb6 von 20 Punkten (30 Prozent)Größe der Gewichtsdateien des Standard-Checkpoints, bezogen auf Karten mit 80 GBBetriebsklasse 0 bis 3, doppelt gezählt: bis 80 GB = 3 (eine Karte); bis 320 GB = 2 (zwei bis vier Karten); bis 640 GB = 1 (ein Achtkartenserver); darüber = 0 (mehr als ein Server)
Lizenz2 von 20 Punkten (10 Prozent)Lizenztext des Herstellers2 = Standardlizenz (Apache 2.0, MIT, OpenMDW-1.1); 1 = eigene Lizenz mit Bedingungen; 0 = nichtkommerziell oder Ausschluss für Unternehmen in der EU (Lizenz-KO, Stufe F)
Gesamt20 Punkte2 × Leistungsklasse + 2 × Betriebsklasse + LizenzpunkteStufe A ab 16 Punkte; B 14 bis 15; C 12 bis 13; D 10 bis 11; E 8 bis 9; F bis 7 Punkte oder Lizenz-KO

Das Bewertungsraster ist eine Festlegung von Avolang (Einschätzung Avolang). Die Grenzen der Leistungsklassen liegen bei 1.290 plus Vielfachen von 30.

LLM-Ranking im Detail: Stufe für Stufe

Die folgenden Abschnitte ordnen die Ergebnisse stufenweise ein. Alle Messwerte stehen am Ende dieses Abschnitts in den Abbildungen 3 und 4.

Stufe A: Gemma 4, Qwen3.8 und GLM-5.3 Flash

Gemma 4 31B von Google führt die Tier-Liste mit 18 von 20 Punkten. Der Arena-Wert von 1.452 (Intervall 1.445 bis 1.460) bedeutet Leistungsklasse 5, die Gewichte umfassen 62,5 GB und passen auf eine einzelne Karte mit 80 GB, die Lizenz ist Apache 2.0. Gemma 4 26B A4B (1.438) und Qwen3.8 27B (1.436) folgen mit je 16 Punkten, ebenfalls mit einer Karte und unter Apache 2.0.

Gemma 4 26B A4B ist ein sogenanntes Mixture-of-Experts-Modell: Es besteht aus 25,2 Milliarden Parametern, von denen je Wort-Baustein (Token) nur 3,8 Milliarden aktiv sind[1]. Für den Speicherbedarf zählen dennoch alle Parameter, die Gewichte liegen deshalb bei 51,6 GB.

GLM-5.3 Flash von Z.ai hat mit 1.477 den höchsten Arena-Wert der Stufe A und erreicht Leistungsklasse 6. Mit 328,3 GB verlangt es aber einen Achtkartenserver und erhält nur Betriebsklasse 1 von 3; zusammen mit der MIT-Lizenz ergeben sich 16 Punkte.

Die vier Modelle liegen in der Arena 51 bis 92 Punkte hinter dem Spitzenwert aller 419 Einträge (1.528, „Gemini 4 Carbon (High)“, proprietär)[2]. Wer die höchste Arena-Wertung sucht, findet sie bei proprietären Modellen.

Die Gemma-4-Modelle haben mit rund 6.100 Stimmen deutlich weniger Abstimmungen als Qwen3.8 27B (27.779) und GLM-5.3 Flash (41.642); ihre Intervalle sind mit 15 Punkten entsprechend breiter als die der beiden anderen (9 Punkte)[2]. Das Intervall von Gemma 4 31B liegt vollständig innerhalb einer Leistungsklasse, bei Gemma 4 26B A4B und Qwen3.8 27B berührt es die Klassengrenze von 1.440.

Stufe B: DeepSeek V4 Flash und die Qwen3.5-Modelle

DeepSeek V4 Flash erreicht denselben Arena-Wert wie Qwen3.8 27B (1.436), benötigt mit 159,6 GB aber zwei bis vier Karten und kommt deshalb auf 14 Punkte. Qwen3.5 122B A10B (1.416, 250,2 GB) liegt in derselben Hardwareklasse. Qwen3.5 35B A3B passt mit 71,9 GB noch auf eine Karte, liegt mit 1.394 aber in Leistungsklasse 3. Auf einer Karte mit 80 GB bleiben bei dieser Größe nur rund 8 GB für Kontext und Zwischenwerte (eigene Berechnung), der Betrieb auf einer Karte ist damit eng. Die drei Modelle sind die naheliegenden Alternativen, wenn die Modelle der Stufe A bei den eigenen Aufgaben nicht genügen (Einschätzung Avolang).

Stufe C: zwei Gruppen mit gegensätzlichem Profil

Kimi K3 (1.488) und GLM-5.3 (1.481) haben die höchsten Arena-Werte der 21 Modelle; Kimi K3 liegt 40 Punkte hinter dem Spitzenwert aller Einträge. Beide erhalten null Betriebspunkte: Bei 1.560,9 GB Gewichten benötigt Kimi K3 mindestens drei Achtkartenserver mit 80-GB-Karten, GLM-5.3 bei 755,6 GB zwei (eigene Berechnung). Hinzu kommt je ein Punkt Abzug für die eigene Lizenz, sodass beide auf 13 Punkte kommen. Inkling von Thinking Machines (1.442) steht mit 1.904,8 GB Gewichten vor demselben Problem, benötigt mindestens drei Achtkartenserver und erreicht 12 Punkte.

Die zweite Gruppe verhält sich umgekehrt. Mistral Small 3.2 (1.356, 48,0 GB) und gpt-oss-120b (1.352, 65,2 GB) laufen auf einer Karte und stehen unter Apache 2.0, erreichen aber nur Leistungsklasse 2. Für gpt-oss-120b gibt OpenAI selbst an, dass es auf einen einzelnen H100-Grafikprozessor passt[15].

Nemotron 3 Ultra von NVIDIA (1.427, 352,3 GB) liegt dazwischen: Leistungsklasse 4, ein Achtkartenserver und die Lizenz OpenMDW-1.1. Das ergibt 12 Punkte.

Stufe D: wenn Hardware oder Leistung nicht passen

Mistral Large 3 (1.414) hat die höchste Leistung dieser Stufe und liegt mit 681,5 GB knapp über der Grenze von 640 GB. Läge die Größe der Gewichte unter 640 GB, etwa bei einer komprimierten Fassung, käme es auf 12 Punkte und in Stufe C (eigene Berechnung); wie sich Komprimierung auf die Qualität auswirkt, ist hier nicht gemessen. Inkling Small (1.406, 531,9 GB) braucht einen Achtkartenserver. Granite 4.2 30B von IBM (1.340) und Olmo 3.1 32B von Allen AI (1.329) laufen auf einer Karte, erreichen aber nur Leistungsklasse 1.

Stufe E: sehr genügsam, aber deutlich schwächer

gpt-oss-20b (1.317) benötigt mit 13,8 GB nur einen Bruchteil einer Karte, Phi-4 von Microsoft (1.256) liegt bei 29,3 GB. Beide erhalten die volle Betriebs- und Lizenzwertung, aber nur Leistungsklasse 0: Phi-4 liegt in der Arena 196 Punkte hinter Gemma 4 31B, gpt-oss-20b 135 Punkte. Ob ein solches Modell für eine eng umrissene Aufgabe genügt, zeigt nur ein Test mit eigenen Aufgaben (Einschätzung Avolang).

Stufe F: die Lizenz schließt den Einsatz aus

Command A von Cohere (1.354, 222,1 GB) erreicht rechnerisch 8 Punkte, steht aber unter der Lizenz CC BY-NC 4.0 und damit nur für die nichtkommerzielle Nutzung zur Verfügung. Llama 4 Maverick von Meta (1.327, 803,2 GB) kommt auf 2 Punkte; hier nimmt die Nutzungsrichtlinie Unternehmen mit Hauptsitz in der EU von den Nutzungsrechten aus. Beide Fälle behandelt der Abschnitt zu den Lizenzfallen.

Alle Messwerte und Punkte

Abbildung 3 enthält die Messwerte aller 21 Modelle, Abbildung 4 die Punktevergabe. Die Klammern in Abbildung 3 zeigen das Konfidenzintervall der Arena.

Abbildung 3: Messwerte der Modelle: Arena-Wertung mit Stilkontrolle, Größe der Gewichte und Lizenz

Arena-Wertung gesamt und Deutsch mit Konfidenzintervall, Größe der Gewichtsdateien in Gigabyte und Lizenz je Modell
ModellArena gesamt (Intervall)Arena Deutsch (Intervall)GewichteLizenz
Gemma 4 31B Google1.452 (1.445 bis 1.460)keine Wertung62,5 GBApache 2.0
GLM-5.3 Flash Z.ai1.477 (1.472 bis 1.481)1.462 (1.439 bis 1.485)328,3 GBMIT
Gemma 4 26B A4B Google1.438 (1.430 bis 1.445)keine Wertung51,6 GBApache 2.0
Qwen3.8 27B Alibaba1.436 (1.431 bis 1.440)1.442 (1.414 bis 1.470)55,6 GBApache 2.0
DeepSeek V4 Flash DeepSeek1.436 (1.432 bis 1.440)1.425 (1.403 bis 1.446)159,6 GBMIT
Qwen3.5 122B A10B Alibaba1.416 (1.412 bis 1.421)1.420 (1.392 bis 1.448)250,2 GBApache 2.0
Qwen3.5 35B A3B Alibaba1.394 (1.390 bis 1.398)1.360 (1.334 bis 1.385)71,9 GBApache 2.0
Kimi K3 Moonshot AI1.488 (1.484 bis 1.493)1.505 (1.482 bis 1.528)1.560,9 GBKimi K3 License
GLM-5.3 Z.ai1.481 (1.476 bis 1.486)1.504 (1.476 bis 1.533)755,6 GBGLM-5.3 License
Inkling Thinking Machines1.442 (1.438 bis 1.446)1.440 (1.417 bis 1.462)1.904,8 GBApache 2.0
Nemotron 3 Ultra NVIDIA1.427 (1.420 bis 1.433)1.446 (1.407 bis 1.485)352,3 GBOpenMDW-1.1
Mistral Small 3.2 Mistral AI1.356 (1.351 bis 1.361)1.355 (1.325 bis 1.384)48,0 GBApache 2.0
gpt-oss-120b OpenAI1.352 (1.347 bis 1.356)1.328 (1.305 bis 1.351)65,2 GBApache 2.0
Mistral Large 3 Mistral AI1.414 (1.412 bis 1.417)1.411 (1.394 bis 1.428)681,5 GBApache 2.0
Inkling Small Thinking Machines1.406 (1.401 bis 1.410)1.388 (1.364 bis 1.413)531,9 GBApache 2.0
Granite 4.2 30B IBM1.340 (1.330 bis 1.351)keine Wertung58,6 GBApache 2.0
Olmo 3.1 32B Allen AI1.329 (1.323 bis 1.335)1.301 (1.263 bis 1.339)64,5 GBApache 2.0
gpt-oss-20b OpenAI1.317 (1.311 bis 1.324)1.274 (1.233 bis 1.315)13,8 GBApache 2.0
Phi-4 Microsoft1.256 (1.252 bis 1.261)1.256 (1.230 bis 1.282)29,3 GBMIT
Command A Cohere1.354 (1.350 bis 1.357)1.359 (1.342 bis 1.375)222,1 GBCC BY-NC 4.0 (nichtkommerziell)
Llama 4 Maverick Meta1.327 (1.323 bis 1.331)1.331 (1.312 bis 1.350)803,2 GBLlama 4 (Ausschluss für EU-Unternehmen)

Quellen: Arena, Ausgabe vom 28. Oktober 2026[2]; Dateigrößen und Lizenzangaben auf Hugging Face[1]; Größen in dezimalen Gigabyte, eigene Berechnung.

Abbildung 4: Punktevergabe und Stufe je Modell

Leistungsklasse 0 bis 6, Betriebsklasse 0 bis 3, Lizenzpunkte 0 bis 2, Gesamtpunkte und Stufe je Modell
ModellLeistungsklasse (0 bis 6)Betriebsklasse (0 bis 3)Lizenzpunkte (0 bis 2)Punkte (0 bis 20)Stufe
Gemma 4 31B53218A
GLM-5.3 Flash61216A
Gemma 4 26B A4B43216A
Qwen3.8 27B43216A
DeepSeek V4 Flash42214B
Qwen3.5 122B A10B42214B
Qwen3.5 35B A3B33214B
Kimi K360113C
GLM-5.360113C
Inkling50212C
Nemotron 3 Ultra41212C
Mistral Small 3.223212C
gpt-oss-120b23212C
Mistral Large 340210D
Inkling Small31210D
Granite 4.2 30B13210D
Olmo 3.1 32B13210D
gpt-oss-20b0328E
Phi-40328E
Command A220 (Lizenz-KO)8F
Llama 4 Maverick100 (Lizenz-KO)2F

Eigene Berechnung nach dem Bewertungsraster aus Abbildung 2. Leistungs- und Betriebsklasse zählen doppelt.

Hardware: was die Modelle an Speicher verlangen

Abbildung 5 ordnet die Modelle nach dem Speicherbedarf ihrer Gewichte. Die Klassen beruhen auf Karten mit je 80 GB[11].

Abbildung 5: Modelle nach Speicherklasse der Gewichte

Speicherklassen mit den zugeordneten Modellen samt Stufe und der Betriebsklasse
SpeicherklasseModelle (Stufe)Betriebsklasse
bis 80 GB (eine Karte)gpt-oss-20b (E), Phi-4 (E), Mistral Small 3.2 (C), Gemma 4 26B A4B (A), Qwen3.8 27B (A), Granite 4.2 30B (D), Gemma 4 31B (A), Olmo 3.1 32B (D), gpt-oss-120b (C), Qwen3.5 35B A3B (B)3
80 bis 320 GB (zwei bis vier Karten)DeepSeek V4 Flash (B), Command A (F), Qwen3.5 122B A10B (B)2
320 bis 640 GB (ein Achtkartenserver)GLM-5.3 Flash (A), Nemotron 3 Ultra (C), Inkling Small (D)1
über 640 GB (mehr als ein Server)Mistral Large 3 (D), GLM-5.3 (C), Llama 4 Maverick (F), Kimi K3 (C), Inkling (C)0

Eigene Berechnung nach den Dateigrößen der Standard-Checkpoints auf Hugging Face[1].

10 der 21 Modelle passen auf eine Karte, 3 brauchen zwei bis vier, 3 einen Achtkartenserver und 5 mehr als einen Server. Mit einer einzelnen Karte lässt sich bereits Stufe A erreichen. Das beste Einkartenmodell, Gemma 4 31B (1.452), liegt 36 Arena-Punkte hinter dem besten Wert der 21 Modelle (Kimi K3, 1.488), das mindestens drei Achtkartenserver verlangt; die Intervalle überlappen nicht. Ob dieser Unterschied bei einer konkreten Aufgabe spürbar ist, zeigt nur ein eigener Test (Einschätzung Avolang).

Die Klassen sind Untergrenzen: Speicher für den Kontext und für gleichzeitige Nutzer kommt hinzu (Einschätzung Avolang). Die Modellkarte von Nemotron 3 Ultra nennt bei 352,3 GB als Mindestausstattung unter anderem acht H100-Karten[1], was der Klasse Achtkartenserver entspricht. Komprimierte Fassungen (Quantisierung) benötigen weniger Speicher, können aber die Qualität verändern; auch das ist hier nicht gemessen.

Lizenzfallen: wo ein offenes Modell nicht frei ist

„Offen“ heißt nicht „frei von Bedingungen“. Fünf Punkte sollten vor dem Einsatz geprüft werden. Die Prüfung im Einzelfall gehört in die Rechtsberatung.

  1. Llama 4: Ausschluss für Unternehmen in der EU.Die Nutzungsrichtlinie von Meta gewährt die Rechte nach Abschnitt 1(a) für multimodale Llama-4-Modelle nicht an Personen mit Wohnsitz und Unternehmen mit Hauptsitz in der EU. Die Beschränkung gilt nicht für Endnutzer eines Produkts oder Dienstes, das ein solches Modell enthält[5]. Llama 4 Maverick ist nativ multimodal[16]. Bei der Weitergabe verlangt die Lizenz außerdem den Hinweis „Built with Llama“ und eine Kopie der Lizenz[17].
  2. Command A: nur nichtkommerziell.Die Lizenz CC BY-NC 4.0 versteht unter „NonCommercial“ eine Nutzung, die nicht vorrangig auf einen geschäftlichen Vorteil oder eine Vergütung gerichtet ist[6]. Für den Einsatz im Geschäftsbetrieb ist deshalb eine gesonderte Vereinbarung mit dem Hersteller nötig (Einschätzung Avolang).
  3. Kimi K3: eigene Lizenz mit zwei Bedingungen.Die Kimi K3 License folgt dem Muster der MIT-Lizenz. Betreibt der Lizenznehmer oder ein verbundenes Unternehmen ein Geschäft mit „Model as a Service“ (Dritten wird Zugang zu Inferenz oder Feinabstimmung mit maßgeblicher Kontrolle über Eingaben, Parameter oder Trainingsdaten gewährt, zum Beispiel über eine Programmierschnittstelle (API)) und übersteigt der Umsatz beider zusammen 20 Millionen US-Dollar in zwölf aufeinanderfolgenden Monaten, ist vor jeder kommerziellen Nutzung eine gesonderte Vereinbarung mit Moonshot AI nötig. Kommerzielle Produkte mit mehr als 100 Millionen monatlich aktiven Nutzern oder mehr als 20 Millionen US-Dollar Monatsumsatz müssen „Kimi K3“ anzeigen. Für die interne Nutzung gelten beide Pflichten nicht[3]. Der eine Lizenzpunkt Abzug entscheidet dennoch über die Stufe: Mit zwei Punkten käme Kimi K3 auf 14 Punkte und in Stufe B (eigene Berechnung).
  4. GLM-5.3: Sicherheitsprüfung für sehr große Anbieter.Die GLM-5.3 License folgt ebenfalls dem Muster der MIT-Lizenz. Betreibt der Lizenznehmer oder ein verbundenes Unternehmen ein Geschäft mit „Model as a Service“ und übersteigt der Umsatz beider zusammen 10 Milliarden US-Dollar in zwölf aufeinanderfolgenden Monaten, muss der Lizenznehmer vor jeder kommerziellen Nutzung die Sicherheitsprüfung von Z.ai bestehen[4]. Die Arena führt GLM-5.3 mit der Lizenzangabe „MIT“[2]; maßgeblich ist der Lizenztext im Repository des Modells. Mit zwei Lizenzpunkten käme GLM-5.3 ebenfalls auf 14 Punkte (eigene Berechnung).
  5. Auch Standardlizenzen haben Pflichten.Apache 2.0 und MIT verlangen bei der Weitergabe die Lizenz und die Urheberrechtshinweise[12][13]. OpenMDW-1.1 verlangt bei der Weitergabe eine Kopie der Lizenz und der Hinweise und stellt keine Beschränkungen für die Ausgaben des Modells auf[14]. Beim rein internen Betrieb wird ein Modell in der Regel nicht weitergegeben (Einschätzung Avolang); wer es in ein Produkt für Kunden einbaut, sollte die Pflichten prüfen.

Deutsch: wie sich die Modelle in der deutschen Wertung schlagen

Die Arena führt neben der Gesamtwertung eine Kategorie „german“ mit 320 Einträgen. Für 18 der 21 Modelle liegt dort eine Wertung vor; bei Gemma 4 31B, Gemma 4 26B A4B und Granite 4.2 30B fehlt sie[2].

Die deutsche Wertung beruht auf deutlich weniger Stimmen. Im Median der 320 Einträge entspricht die Zahl der deutschen Stimmen 2,2 Prozent der Stimmen in der Gesamtwertung (eigene Berechnung); bei den 18 Modellen mit deutscher Wertung stehen 212 bis 1.446 Stimmen hinter dem deutschen Wert, bei der Gesamtwertung 3.389 bis 88.325. Entsprechend breit sind die Intervalle: 33 bis 82 Punkte gegenüber 5 bis 21 Punkten in der Gesamtwertung. Bei 15 von 18 Modellen liegt der Gesamtwert innerhalb des deutschen Intervalls. Die drei Ausnahmen haben in Deutsch einen niedrigeren Wert: Qwen3.5 35B A3B (1.394 gesamt, 1.360 Deutsch), gpt-oss-120b (1.352 gegenüber 1.328) und gpt-oss-20b (1.317 gegenüber 1.274).

Die Rangfolge stimmt in beiden Wertungen weitgehend überein. Der Rangkorrelationskoeffizient nach Spearman, bei dem der Wert 1 eine identische Reihenfolge bedeutet, beträgt 0,990 über die 154 nicht als proprietär ausgewiesenen Einträge mit Wertung in beiden Kategorien und 0,971 über die 99 davon mit einem Gesamtwert ab 1.300 (eigene Berechnung)[2]. Für die Rangfolge ist die Gesamtwertung damit eine brauchbare Näherung, für feine Unterschiede nicht: Der deutsche Wert weicht bei den 18 Modellen um minus 43 bis plus 23 Punkte vom Gesamtwert ab (eigene Berechnung).

Herstellerangaben zur Sprachabdeckung, zum Beispiel „35+ Sprachen“ bei Gemma 4[1], sagen nichts über die Qualität des Deutschen. Für Texte aus dem eigenen Unternehmen ist ein eigener Test mit deutschen Aufgaben sinnvoll (Einschätzung Avolang).

Grenzen der Tier-Liste und nicht bewertete Modelle

Nicht bewertet wurden Modelle, bei denen sich Arena-Eintrag, Gewichte oder Lizenz nicht eindeutig zuordnen ließen:

Weitere Einträge ohne Proprietär-Vermerk, etwa DeepSeek V4 Pro oder MiMo-V2.5-Pro, wurden nicht geprüft. Die Tier-Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Fünf Fragen vor der Modellwahl

  1. Welche Aufgaben soll das Modell lösen?Die Tier-Liste ersetzt keinen Test. Fünf bis zehn wiederkehrende Aufgaben mit festen Qualitätskriterien sind eine tragfähige Grundlage.
  2. Welche Daten verarbeitet es?Personenbezogene und vertrauliche Daten sprechen für den Betrieb in Deutschland, getrennt von anderen Kunden. Die Datenklassen gehören in die KI-Richtlinie.
  3. Wie viele Personen nutzen es gleichzeitig?Die Größe der Gewichte ist nur die Untergrenze. Gleichzeitige Nutzer und lange Kontexte erhöhen den Speicherbedarf (Einschätzung Avolang).
  4. Welche Hardware ist vorhanden oder beschaffbar?Abbildung 5 zeigt, welche Stufe in welcher Speicherklasse erreichbar ist. Welche Betriebsart dazu passt, beschreibt die Seite zu Alwisr Company OS.
  5. Welche Lizenz und welche Herkunft sind tragbar?Die Lizenzfallen zeigen, wo ein offenes Modell Bedingungen stellt. Die Herkunft der Hersteller ist eine Frage der eigenen KI-Governance.

In vier Schritten zur Modellauswahl

Die Tier-Liste grenzt den Kreis ein, die Entscheidung fällt am eigenen Anwendungsfall. Als Vorgehen bieten sich vier Schritte an (Einschätzung Avolang):

01

Aufgaben und Datenklassen festlegen

Fünf bis zehn wiederkehrende Aufgaben auswählen und je Aufgabe festhalten, welche Daten sie berühren. Der KI-Readiness-Check liefert dafür eine Struktur.

02

Kandidaten wählen

Zwei bis drei Modelle aus den Stufen A und B wählen, deren Speicherklasse zur geplanten Betriebsart passt, und deren Lizenz im Einzelfall prüfen lassen.

03

Mit eigenen Aufgaben testen

Aus den Aufgaben 20 bis 30 reale Beispiele mit Vorgaben für gute Ergebnisse zusammenstellen, die Antworten der Kandidaten ohne Kenntnis des Modells bewerten lassen und deutsche Texte gesondert prüfen.

04

Betrieb planen und entscheiden

Betriebsart, Hardware und Verantwortlichkeiten festlegen und die Wahl dokumentieren. Erst danach lohnt die Beschaffung von Hardware oder der Vertrag mit einem Dienstleister.

Häufige Fragen zu lokalen KI-Modellen

Welche KI-Modelle lassen sich lokal betreiben?

Alle Modelle, deren Gewichte veröffentlicht sind und deren Lizenz den Einsatz erlaubt. Die Tier-Liste bewertet 21 solcher Modelle von 14 Herstellern; Stufe A bilden Gemma 4 31B, GLM-5.3 Flash, Gemma 4 26B A4B und Qwen3.8 27B. Lokal heißt dabei: auf Servern in Deutschland, getrennt von anderen Kunden. Das kann bei einem Dienstleister, auf einem eigenen Server oder vor Ort im Unternehmen geschehen.[2][1][7]

Welches ist das beste lokale KI-Modell?

Das hängt vom Kriterium ab. Den höchsten Arena-Wert der 21 Modelle hat Kimi K3 (1.488), gefolgt von GLM-5.3 (1.481); beide verlangen mehr als einen Server. Die beste Gesamtbilanz aus Leistung, Hardware und Lizenz hat in dieser Tier-Liste Gemma 4 31B mit 18 von 20 Punkten: Es läuft auf einer einzelnen Karte mit 80 GB Speicher unter Apache 2.0.[2][1]

Welche Hardware braucht ein lokales KI-Modell?

Das richtet sich nach der Größe der Gewichtsdateien. 10 der 21 Modelle sind nicht größer als 80 GB und passen auf eine Karte mit 80 GB Speicher; 3 benötigen zwei bis vier Karten, 3 einen Achtkartenserver und 5 mehr als einen Server. Speicher für den Kontext und für gleichzeitige Nutzer kommt hinzu (Einschätzung Avolang).[1][11]

Was ist der Unterschied zwischen offenen Modellen und Open-Source-KI?

Bei offenen Modellen sind die Gewichte veröffentlicht, sodass sich das Modell auf eigener Hardware betreiben lässt. Open-Source-KI verlangt nach der Definition 1.0 der Open Source Initiative zusätzlich Code und Informationen über die Trainingsdaten. Ob die 21 bewerteten Modelle diese Definition erfüllen, wurde nicht geprüft.[8]

Dürfen Unternehmen in der EU Llama 4 nutzen?

Nach der Nutzungsrichtlinie von Meta sind die Nutzungsrechte für multimodale Llama-4-Modelle für Unternehmen mit Hauptsitz in der Europäischen Union ausgeschlossen; die Beschränkung gilt nicht für Endnutzer eines Produkts oder Dienstes, das ein solches Modell enthält. Die Tier-Liste stuft Llama 4 Maverick deshalb in Stufe F ein. Die Prüfung im Einzelfall gehört in die Rechtsberatung.[5][16]

Welche Lizenzen sind für den Unternehmenseinsatz unproblematisch?

Apache 2.0, MIT und OpenMDW-1.1 erlauben die kommerzielle Nutzung und verlangen im Wesentlichen Lizenz- und Urheberrechtshinweise bei der Weitergabe. Eigene Lizenzen wie bei Kimi K3 und GLM-5.3 knüpfen Bedingungen an Anbieter von „Model as a Service“; Command A ist nur nichtkommerziell lizenziert. Der Lizenztext des jeweiligen Modells ist vor dem Einsatz zu lesen.[12][13][14][3][4][6]

Wie gut sind lokale Modelle im Vergleich zu ChatGPT und Claude?

In der Arena liegen die Modelle der Stufe A 51 bis 92 Punkte hinter dem Spitzenwert von 1.528, den ein proprietäres Modell hält; das beste der bewerteten Modelle, Kimi K3, liegt 40 Punkte dahinter. Wie sich das bei eigenen Aufgaben auswirkt, zeigt nur ein Test. Den Vergleich mit ChatGPT und Claude behandelt der Beitrag ChatGPT, Claude vs. lokaler KI-Agent aus Deutschland im Einzelnen.[2]

Fazit

Bei lokalen KI-Modellen entscheidet nicht die höchste Arena-Wertung, sondern das Zusammenspiel aus Leistung, Hardware und Lizenz. Die beste Wertung der 21 Modelle, Kimi K3, verlangt mehrere Server und eine Lizenz mit Bedingungen. Die beste Gesamtbilanz, Gemma 4 31B, läuft auf einer Karte unter Apache 2.0 und liegt 36 Arena-Punkte dahinter. Wer lokale KI-Modelle einführen möchte, sollte zwei bis drei Kandidaten aus den Stufen A und B an eigenen Aufgaben testen und erst danach über Hardware oder Betriebsart entscheiden (Einschätzung Avolang).

Quellen

  1. Hugging Face: Modellseiten und Dateilisten der 21 bewerteten Modelle (Größe der Gewichtsdateien, Lizenzangabe, Modellkarte), abgerufen am 30. Oktober 2026: Gemma 4 31B, GLM-5.3 Flash, Qwen3.8 27B, Gemma 4 26B A4B, Nemotron 3 Ultra, DeepSeek V4 Flash, Qwen3.5 122B A10B, Qwen3.5 35B A3B, Kimi K3, GLM-5.3, Inkling, Inkling Small, gpt-oss-120b, Granite 4.2 30B, Mistral Large 3, Mistral Small 3.2, Olmo 3.1 32B, gpt-oss-20b, Phi-4, Command A, Llama 4 Maverick
  2. Arena (LMArena): Leaderboard-Datensatz mit Datensatzbeschreibung (Konfiguration „text_style_control“, Ausgabe „latest“, Kategorien „overall“ und „german“; Vergleichswerte ohne Stilkontrolle aus der Konfiguration „text“), veröffentlicht am 28. Oktober 2026, abgerufen am 30. Oktober 2026: huggingface.co
  3. Moonshot AI: Kimi K3 License, Datei LICENSE im Modell-Repository, abgerufen am 30. Oktober 2026: huggingface.co
  4. Z.ai: GLM-5.3 License, Datei LICENSE im Modell-Repository, abgerufen am 30. Oktober 2026: huggingface.co
  5. Meta: Llama 4 Acceptable Use Policy, abgerufen am 30. Oktober 2026: llama.com
  6. Creative Commons: Attribution-NonCommercial 4.0 International, Legal Code: creativecommons.org
  7. Avolang: KI-Assistent für Unternehmen (Alwisr Company OS), Produktseite mit Angaben zu den Betriebsarten: avolang.de
  8. Open Source Initiative: The Open Source AI Definition 1.0: opensource.org
  9. Chiang et al.: Chatbot Arena: An Open Platform for Evaluating LLMs by Human Preference, arXiv:2403.04132 (2024): arxiv.org
  10. Li, Angelopoulos, Chiang (Arena): Does Style Matter? Disentangling style and substance in Chatbot Arena, 29. August 2024, zuletzt aktualisiert am 13. Juni 2025: arena.ai
  11. NVIDIA: H100 Tensor Core GPU, Produktseite mit den Speichergrößen der Karten: nvidia.com
  12. Apache Software Foundation: Apache License, Version 2.0: apache.org
  13. Open Source Initiative: The MIT License: opensource.org
  14. OpenMDW License Agreement, Version 1.1 (OpenMDW-1.1), Lizenztext: openmdw.ai
  15. OpenAI: gpt-oss-120b, Modellseite der API-Dokumentation: developers.openai.com
  16. Meta: Llama 4, Modellübersicht, abgerufen am 30. Oktober 2026: llama.com
  17. Meta: Llama 4 Community License Agreement, abgerufen am 30. Oktober 2026: llama.com
  18. DEV Community: Best Open-Weight LLM in October 2026? Auditing Two Leaderboards Row by Row, Beitrag eines Einzelautors vom 19. Oktober 2026: dev.to
  19. Hugging Face: Modellseiten der nicht bewerteten Modelle, abgerufen am 30. Oktober 2026: Mistral Large 4, Mistral Small 4, DeepSeek V4.1 Flash
  20. Mistral AI: Mistral Ecosystem Open-Weight License, Datei LICENSE im Repository von Mistral Large 4, abgerufen am 30. Oktober 2026: huggingface.co